Wendelinuskapelle

Die Wendelinuskapelle

Die Geschichte von Höchst ist eng mit dem katholischen Glauben verbunden. In der Chronik 1000-Jahre-Höchst hat Josef Worms, der 40 Jahre in der Gemeinde als Lehrer, Organist und Leiter des Kirchenchores tätig war, ausführliche Informationen über das älteste Bauwerk des Ortes, die Wendelinuskapelle, zusammengetragen. Danach liegen über deren Gründung keine historischen Unterlagen vor. Nach einer mündlichen Überlieferung soll bereits im Jahre 1415 an Stelle eines älteren Bethauses aus Dankbarkeit eine Kapelle errichtet worden sein, weil Höchst von einer in der Umgebung herrschenden schlimmen Viehseuche verschont geblieben war. Die Kapelle wurde dem Hl. Wendelinus geweiht, der schon seit Jahrhunderten vom frommen Landvolk als Bauernheiliger und Beschützer von Stall und Vieh verehrt wurde. Seit dieser Zeit ist der heilige Wendelinus Schutzpatron der Gemeinde und die Kapelle ein Zeuge christlich-gläubiger Vergangenheit.

Allerseelen auf dem Friedhof

Die Wirren des 30jährigen Krieges blieben auch für Höchst nicht ohne Folgen. Der Glaubenseifer ließ nach, religiöse Streitigkeiten entstanden, der Hl. Wendelinus geriet in Vergessenheit und seine Kapelle zerfiel. Fast 150 Jahre war sie, einem alten Protokoll zu folge, öde, wüst und einem Steinhaufen gleich. Die Ruine der zerfallenen Gnadenkapelle ermahnte eindringlich zum Wiederaufbau. Die von vielfacher Kriegsnot, von Krankheiten und Hunger heimgesuchte Bevölkerung war jedoch völlig verarmt und kämpfte in erster Linie um das eigene Überleben.

Wendelinuslied

Der Wiederaufbau der Kapelle begann im Jahre 1702. Zur gleichen Zeit wurde der Friedhof angelegt. Am 9. August 1707 konnte nach langen Jahren in der neu entstandenen Kapelle endlich das erste hl. Opfer als Totenmesse für alle Verstorbenen der Gemeinde gefeiert werden. Die letzten Arbeiten an dem wieder aufgebauten Gotteshaus waren allerdings erst im Jahre 1735 beendet. Ein regelmäßiger Gottesdienst fand, mit Ausnahme der Totenmessen, die bis zum Neubau der Kirche im Dorf hier abgehalten wurden, nicht statt. Ausgenommen waren lediglich das Kirchweihfest und der Wendelinustag.
Noch heute ist das Wendelinusfest ein wichtiges Ereignis im Jahresablauf der Kirchengemeinde. Es wird nicht am 20. Oktober, dem kirchlichen Gedenktag des Heiligen gefeiert, sondern am 2. oder 3. Sonntag im September, abhängig vom Fest Kreuz-Erhöhung. An diesem Feiertag des Schutzpatrons ziehen die Gläubigen in einer Prozession durch das Dorf hinauf zur Kapelle. Zu der Festpredigt, die von Gebeten, Gesang und Musik umrahmt wird, kommen traditionsgemäß immer wieder auch zahlreiche auswärts wohnende Höchster.

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(C) Kath. Kirchengemeinde St. Wendelin, Hauptstr. 7, 63571 Gelnhausen-Höchst